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Reisetipp-Spezial: Besondere Orte, Teil II

Datum: 23. September 20214. Juli 2025
Lesezeit: 5 min

Die besonderen Orte – was es nicht alles gibt

Die Auswahl ist subjektiv und natürlich kann sie nie einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Denn Deutschland bietet nicht nur (fast) unendlich viele Naturwunder, auch der Mensch erschafft jede Menge witzige, skurrile oder auch beängstigende Orte. Im ersten Teil stellten wir die ehemaligen amerikanischen „Aufklärungskugeln“ auf dem Berliner Teufelsberg, ein Nachttopf- und ein Sackmuseum, den Gespensterwald und uralte Stadiontribünen vor. Und nun erweitern wir das Ganze wieder mit fünf Plätzen, die man unserer Meinung nach gesehen haben sollte. Nächstes Mal stellen wir unter anderem das neue Romantikmuseum in Frankfurt und Münchens quirligen Eisbach vor.

Ein Naturwunder mitten in der Stadt: Der schnelle Eisbach in München

Leckere Geschichtsstunden: Das Schokoladenmuseum

Bevor wir uns dem Kölner Schokoladenmuseum widmen, müssen wir aber auch erzählen, dass es ein ähnliches – und ebenfalls besuchenswertes – Etablissement auch in Hamburg gibt. Aber wir bleiben am Rhein, genauer auf einer Halbinsel im Kölner Stadtteil Altstadt-Süd. Dort wurde 1993 der Herzenswunsch des Schokoladenfabrikanten Hans Imhoff Wirklichkeit. Er träumte von einem süßen Museum, bei dem aus einem Brunnen unaufhörlich Schokolade sprudelt. Mittlerweile ist das Museum eines der meist besuchten in der Stadt: Auf 4.000 Quadratmetern bekommt man die Geschichte von Kakao und Schokolade „serviert“, man erfährt, wie die süße Pracht früher entstand – und wie sie heute gefertigt wird. Das gläserne „Schokoladenatelier“ zeigt eindrucksvoll die Handarbeit der Süßwarenkünstler. Und natürlich kann man immer wieder mal etwas naschen. Zu Ostern kommt übrigens sogar der Hase und beschenkt die Kinder. Aber die sind hier auch zu anderen Zeiten glücklich. Schokoladenmuseum Köln – der nächste Montagepoint: Haan, Entfernung 37 Kilometer

Ein Museum für die „Schoggi“
Wo kommt der Kakao denn her?
Werbung von einst

Der Almaring – eine verwunschene Rennstrecke

Fährt man heute durch den Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf, glaubt man nicht, dass hier jemals Autorennen gefahren wurden: Am Ende der Almastraße, auf dem Brachgelände der früheren Kokerei Alma wurde 1969 das „Motodrom Gelsenkirchen“ ins Leben gerufen – und sofort zum Treffpunkt der Rennsport-begeisterten „Ruhrpottler“. Die im Volksmund „Almaring“ genannte Strecke wurde für Schrottauto-, Motorradrennen und sogar für Speedway-Races genutzt. Gestartet wurde der Rennbetrieb allerdings auf einer Schotterpiste. In den 1970er und 80er Jahren pilgerten die Zuschauer scharenweise an die Rennstrecke, um nicht nur den Benzin-, Gummi- und Ölgeruch zu schnuppern, sondern auch packende Fahrerduelle in acht Fahrzeugklassen zu bestaunen. Und nun? Man findet Spuren der längst verfallenen Kultstätte – und auch dorthin pilgern immer wieder Menschen. Sie erweisen der steinernen Motorsport-Ikone die letzte Ehre. Almaring Gelsenkirchen – der nächste Montagepoint: Essen, Entfernung 15 Kilometer

Schneller Ruhrpott, der Simca ist vorn
Deine Spuren im Wald…
Stumme Zeugen der Vergänglichkeit

Andernachs Kaltwassergeysir

Das ist ein echtes Naturwunder – ein nasses noch dazu: Der Geysir Andernach, oder „Namedyer Sprudel“ ist mit einer Auswurfshöhe von zirka 50 bis 60 Metern der höchste Kaltwassergeysir der Welt. Er befindet sich auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach und wurde anno 1903 erstmals erbohrt. Man sollte sich etwas Zeit nehmen und nicht nur eine Eruption genießen: Eines dieser Naturschauspiele dauert rund acht Minuten, danach ist aber gut zwei Stunden Pause. Der „Antrieb“ des Geysirs ist natürliches Kohlendioxidgas, das Prinzip entspricht einer geschüttelten Flasche mit „lautem“ Mineralwasser. Ein Besuch lohnt, auch, weil der Geysir ein Teil des wunderbaren Vulkanparks Mayen-Koblenz ist – und sich der Rhein hier in herrlicher Pracht zeigt. Kaltwassergeysir Andernach – der nächste Montagepoint: Bonn, Entfernung 40 Kilometer

Ganz schön hoch, der Sprudel
„Vater“ Rhein bei Andernach
Geysir im Vulkanpark

Gigantisch winzig in der Speicherstadt

Das Miniatur Wunderland in der Speicherstadt in Hamburg ist riesig: Im Jahr 2020 betrug die Modelfläche 1.500 Quadratmeter – Tendenz steigend. Denn ab 2028 sollen 2.000 Quadratmeter und eine Gleislänge von 20 Kilometern auf die staunenden Besucher warten. Aktuell fahren 1.040 Züge auf 15.715 Metern Gleis. Gesteuert wird die Anlage mittels 50 Computern. Denn was als Eisenbahnwelt begann, zeigt nun realistisch geschrumpft, komplexe Welten. Der Hamburger Hafen? Die Speicherstadt? Beides da, denn der Hansestadt wird hier traditionell gewürdigt: Michel, Landungsbrücken oder Volksparkstadion beeindrucken auch im Maßstab 1:87. Aber im Miniaturwunderland ist (fast) die ganze Welt zu sehen – egal, ob Österreich, der Grand Canyon, Mitteldeutschland oder das funkelnde Las Vegas. Ein absolutes Highlight ist die Fantasiestadt Knuffingen. Dort fahren Lastwagen und PKW wie von Geisterhand gesteuert durch die kleinen Straßen – möglich macht das ein eigens hierfür entwickeltes Verkehrsleitsystem. Miniatur Wunderland – der nächste Montagepoint: Hamburg/Norderstedt, Entfernung 25 Kilometer

Die Landungsbrücken in klein
Speicherstadt in Handarbeit entstanden
Das Derby HSV gegen St. Paul in 1:87

Mehr als Sauberkeit: Das Deutsche Hygienemuseum

Im Zentrum des bereits im Jahr 1912 gegründeten Deutschen Hygienemuseums am Dresdner Lingnerplatz steht der Mensch. Tatsächlich bietet die Beschäftigung mit unserer Spezies jede Menge Möglichkeit zu spannenden Entdeckungsreisen für Groß und Klein. Deshalb heißt die Dauerausstellung zurecht „Abenteuer Mensch“. Besucher erforschen anhand von Exponaten, Medieninstallationen und vielen interaktiven Stationen den Homo sapiens. Wie funktioniert der Körper, wie versucht der Organismus, uns gesund zu halten? Anderswo versucht man, den gläsernen Menschen zu verhindern, hier im Museum macht der volle Einblick Sinn: Wir erfahren mehr über uns selbst. Für Kids sind die spielerischen Rundgänge besonders interessant. Hier darf man ausprobieren und „erfühlen“ – und nebenbei lernen, warum man auf seinen Körper hören sollte. Und warum man auch das Zähneputzen nicht vergessen darf. Deutsches Hygienemuseum – der nächste Montagepoint: Dresden, Entfernung 4 Kilometer

Kinder sind vom Museum begeistert
Ohne Stäbchen rein ins Ohr
Leben und Sterben – kein Trauerspiel

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Bildnachweise

  • Klaus Schmidt/Pixabay
  • Herbert Aust/Pixabay
  • Schokoladenmuseum Köln
  • Industriekultur Ruhrgebiet
  • Tomm Robbert/Pinterest
  • Volker Glätsch/Pixabay
  • Vulkanpark GmbH
  • K.H.J. MCI/Pixabay
  • Miniatur Wunderland Hamburg GmbH
  • Deutsches Hygienemuseum Dresden

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