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Copyright: General Motors

Die Geschichte des Caravanings

Datum: 2. August 201713. August 2025
Lesezeit: 3 min

1850

Der „Reisewagen“ ist praktisch der Vorläufer des Wohnwagens. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es edel ausgestattete Großkutschen. Diese wurden aber natürlich von Pferden gezogen.

1908

Die Briten waren wieder einmal einen Schritt voraus: Sie gründeten bereits 1908 den ersten Caravan-Club – und der existiert bis heute. Gezogen wurden diese Wagen damals schon von Automobilen.

1931

Der „Reisewagen“ kam dank einer Entwicklung von Arist Dethleffs nach Deutschland. Sein „Wohnauto“ wurde 1931 nur konzipiert, weil seine Braut ungebunden reisen und malen wollte. Also ist die Künstlerin Fridel Edelmann verantwortlich für den Wohnwagen-Boom. Wie sich das Unternehmen von Dethleffs später entwickeln sollte, war damals aber noch nicht mal ansatzweise zu ahnen.

1935

Dethleffs „Wohnauto“ wurde das bestmögliche Hochzeitsgeschenk – nicht nur für das Paar, das damit ausgiebig durch Deutschland fuhr. Denn schon Mitte der 1930er Jahre stapelten sich die Bestellungen bei dem klugen Tüftler. Andere Unternehmen folgten seinem Beispiel.

1955

Die Entwicklung des Caravanings wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, aber mit dem beginnenden Wirtschaftswunder gab es plötzlich viele erfolgreiche Hersteller wie Hymer, Frankia oder Tabbert. Und die bauten ihre Anhänger nicht nur für Opel Kapitän oder Mercedes 220 SE, sondern auch für Goggomobil, Fiat 500 oder VW Käfer.

1965

Um das Jahr 1965 herum war die Reiselust der Deutschen besonders groß – und Fliegen war noch richtig teuer. Deshalb boomte der Wohnwagenmarkt. Der Run hielt an bis ins Jahr 1977. Damals wurden mehr als 89.000 Caravans verkauft. Mehr waren es weder vorher noch danach.

1974

Mitten in der Hoch-Zeit des Wohnwagens wurde das Reisemobil zum starken Konkurrenten. Meist kamen diese Fahrzeuge auch noch aus den gleichen Unternehmen und boten größtmögliche Unabhängigkeit und waren dazu auch noch – bedingt – alltagstauglich. Zwar gab es z.B. schon Reisemobil-Varianten wie den VW Bulli, aber erst mit der Serienfertigung von Hymer (1971) und Co. ging es richtig los. Ein Umstand half dabei: Ab 1974 regulierte die Campingplatzverordnung die immer knapper werdenden Stellplätze – und weil Reisemobile zu den Pkw zählten, durften sie weiterhin auch außerhalb der Campingplätze stehen.

1984

Eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erreichten die Wohnmobile in den 1980er-Jahren: Waren 1969 nur knapp 4.900 solcher Fahrzeuge zugelassen, waren es 1984 bereits fast 128.000. Die Tendenz 2016: Steigend.

Ab 1990

In den Anfängen waren Wohnwagen und Reisemobile sehr spartanisch ausgestattet. Aber auch dank immer leistungsfähigerer Fahrzeuge konnte sich der Kunde ab ca. 1990 immer mehr selber verwirklichen. Individualisierung und Luxus waren angesagt – und Caravan wurde zum Teil der Persönlichkeit. So, wie man wohnte, konnte man plötzlich auch reisen.

2017

Mittlerweile ist beim Wohnmobil wie auch beim Wohnwagen praktisch alles möglich. Dank Leichtbau und moderner Technik hält die Elektronik Einzug in das Reisegefährt. Auch die Ausstattungswünsche, etwa mit Bad, Edelküche oder zusätzlichem Fahrzeug für die Mobilität vor Ort, sind erfüllbar. Machbar ist alles – und die Möglichkeiten schier unendlich: „Green Caravaning“, also der Einsatz von nachhaltigen Materialien sind genauso möglich wie das rollende Schloss als Ergänzung zur Luxuskarosse.

Fazit

Der Trend, so Verkehrsforscher, geht längst nicht nur zum rollenden Statussymbol, sondern auch wieder zu einfachen Ausstattungen. Bei derzeit (geschätzt) rund 1.000.000 Wohnwagen und -mobilen ist der Markt groß genug für jede mögliche Entwicklung.

Copyright: Gustav Schöne
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Copyright: Hymer
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