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Herbst, der du die Blätter färbst – Erholung in Deutschland II

Datum: 16. September 202116. August 2022
Lesezeit: 4 min

Deutschland bietet Erholung

„Hohe Berge, weite Täler, klare Flüsse, blaue Seen, dazu ein paar Naturschutzgebiete, alles wunderschön“, so heißt es zu Beginn eines alten Lieds der Toten Hosen. Und – ganz ohne Ironie – das stimmt auch. Speziell in den Zeiten der Pandemie haben wir alle unser Land näher kennengelernt, weil es die sicherste und praktische Art des Urlaubs bietet. Erholung ermöglicht Deutschland in nahezu allen Regionen, egal, ob an Nord- oder Ostsee, in den Mittelgebirgen oder dem Alpenraum. Eines steht fest: Zwischen Rügen und dem Bodensee, zwischen der Saar und der Lausitz ist es überall schön.

Die Göltzschtalbrücke – ein Monument des Vogtlandes

Wasser marsch: Die Talsperre am Saar-Hunsrück-Steig

Man hat diese Gegend im äußersten Westen der Republik oft nicht auf dem Schirm, was speziell dem, der sich nach Ruhe sehnt, einen besonderen Genuss verspricht. Der Hunsrück, also die Region zwischen Mosel und Saar, kann nicht nur Weinkenner locken, sondern auch Radfahrer, Wanderer und Naturliebhaber. Wer die Vielfalt einer meist lieblichen Landschaft „erlaufen“ will, sollte sich vier oder fünf Tage Zeit für den Saar-Hunsrück-Steig nehmen. Ein bisschen Fitness kann dabei nicht schaden, aber auch ungeübte Wanderer können die Route von Sohren nach Mörsdorf gut bewältigen. Dort wartet dann die 360 Meterlange Geierley-Hängebrücke. Beeindruckend ist dabei die Talsperre Nonnweiler: Sie ist das größte Wasserreservoir des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz. Die Sperre fasst gewaltige 20 Millionen Kubikmeter Wasser. Familien, die mit den Bikes auf Tour gehen wollen, sei der Schinderhannes-Radweg empfohlen. Entlang der leider stillgelegten Bahntrasse der Hunsrückbahn fährt man auf den Spuren des berühmten Räubers Johannes Bückler, der im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert als „Schinderhannes“ mindestens 211 teils sehr blutige Straftaten begangen hat.

Die Geierley-Hängebrücke
Talsperre Nonnweiler
Der malerische Hunsrück

Der Westharz – es muss nicht immer der Brocken sein

Sicher, der Brocken ist der höchste Berg des Harzes. Das Mittelgebirge war vor der Wiedervereinigung auch geteilt, was speziell Jüngere unter anderem im Grenzmuseum Sorge hautnah nachempfinden können, ist nun eine gesamtdeutsche Urlaubsregion – mit dem Brocken und Wernigerode im Osten und mit dem mit 971 Metern zweithöchsten Berg, dem Wurmberg und Goslar im Westen. Goslar, die tausendjährige Kaiserstadt, ist heute Welterbe und lädt zu einer spannend-romantischen Zeitreise ein. Dort, wo in uralten Zeiten Kaiser und Könige regierten, lässt es sich heute herrlich flanieren. Die vielen Balkeninschriften an den Fachwerkhäusern sollte man sich dabei aber unbedingt näher anschauen. So heißt es etwa an der Glockengießerstraße 31: „Wer Gott vertrawt, hat wol gebawt, im Himmel und auff Erden“. Auf dem „Liebesbankweg“ im Ortsteil Hahnenklee-Bockswiese wird es romantisch, hier kann man Hand in Hand schlendern und ab und an eine Kuschelrunde einlegen. Und wenn man schon mal dort ist, wandert man hoch zur beindruckenden Gustav-Adolf-Stabkirche. Das Gotteshaus ist 1907/1908 nach norwegischem Vorbild ganz aus Holz errichtet worden – und einmalig in Deutschland. Unweit des Hochplateaus und der Kirche befindet sich der malerische Grumbacher Teich, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde und immer noch zu einem Umrundungsspaziergang einlädt.

Die herrliche Altstadt Goslars
Norwegische Stabkirche im Harz
Der Grumbacher Teich – romantisch

Das westliche Erzgebirge heißt Vogtland

„Ich liebte ein Mädchen in Plauen, da bin ich bald abgehauen“, heißt es bei Insterburg & Co. Den Barden ist aber viel entgangen, denn die sächsische Stadt mit ihren 65.000 Einwohnern hat viel zu bieten – etwa die Bürgerhäuser aus der Gründerzeit, das Alte Rathaus oder den Nonnenturm. Dass sich hier Karl May am „Vogtländischen Schul-Lehrer-Seminar“ ausbilden ließ und immerhin 16 Monate in Plauen lebte, erfährt man nebenbei auch. Die Stadt steht aber auch für einzigartigen Freizeitwert, denn sie liegt mitten in einer der schönsten Landschaften Deutschlands – dem Vogtland, dem westlichen Ausläufer des Erzgebirges. In unmittelbarer Nähe des pulsierenden Knotenpunkts warten die Drachenhöhle Syrau, die 1928 bei Steinbrucharbeiten entdeckt wurde. Oder auch die Talsperren Pirk und Pöhl. Für Familien lohnt besonders ein Besuch im Freizeitpark Plohn mit 80 Attraktionen – darunter mehrere Achterbahnen, das Gallierland, das Dinoland oder Deutschlands größtes Baumhaus. Fazit: Im Vogtland bleibt man und freut sich des Lebens.

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Bildnachweise

  • Sven Lachmann/Pixabay
  • iggrz/Pixabay
  • Alexander Naumann/Pixabay
  • Philipp Semmler/Pixabay
  • M. Reinhardt/Pixabay
  • Kordula Vahle/Pixabay
  • Borke 9a/Pixabay
  • Taken/Pixabay
  • Freizeitpark Plohn
  • Festhalle/Pixabay
  • Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH

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