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Skurrile Anhänger – was es nicht alles gibt

Datum: 11. Juni 201811. August 2025
Lesezeit: 3 min

Wohin mit dem Schrott, Herr Nachbar?

Jürgen Nachbar ist KFZ-Mechaniker mit Hang zum Recyceln. Warum sollte man alte Autos entsorgen, wenn man sie noch zu Anhängern umbauen kann? Natürlich muss der Mann aus Niedersachsen auch seinen inneren Schweinehund überwinden. Denn normalerweise werden PKWs repariert und nicht in der Mitte auseinandergesägt. Vorzugsweise zerlegt Nachbar Fahrzeuge des VW-Konzerns, davon gibt es halt auch genug. Ein halber Touran oder ein Golf-III-Anhänger sind ebenso skurril wie nützlich. Besonders praktisch sind wohl die Beiwagen auf Basis der Hinterteile von Golf Variant oder A4-Kombi. Die Autos waren ja immer schon auch zum Transportieren da. Der findige Meister zerlegt aber auch Volkswagens Erdbeerkörbchen, Trabant oder VW Bus.

Zwei tolle Käfer

Das Krabbeltier aus Wolfsburg schätzte man über Jahrzehnte – und tut das eigentlich auch heute noch. Der Käfer, immerhin eine Entwicklung der 1930er Jahre, war schon spätestens in den 1960er Jahren technisch veraltet, aber lief und lief. Weil das Auto nicht unbedingt ein Transportwunder ist, man aber doch stilecht zum Beispiel zum Käfertreffen gondeln will, haben etliche findige Bastler einfach einen zweiten Volkswagen zum Anhänger umgebaut. Manche zersägen den Oldtimer, manchen lassen ihn am Stück. Das ist auf jeden Fall irgendwie besser, denn der Held des Wiederaufbaus ist doch längst ein Klassiker. Der Käfer ist der Oldtimer der Deutschen, und manche haben auf Reisen sogar zwei dabei.

Einradziehen

Der Einrad- oder Einspuranhänger ist längst Geschichte: Speziell in Osteuropa aber auch in der jungen Bundesrepublik gab es etliche Hersteller, die solch winzige Anhänger fertigten. Der Bedarf war groß, denn Lloyd Alexander, Sachsenring P70, Fiat 500 oder BMW Isetta waren nicht kräftig genug für ausgewachsene Beiwagen. Außerdem konnte man die „Einräder“ auch mit Motorrädern koppeln. Die Anhängerkupplung am PKW muss auf jeden Fall als Kreuzgelenk ausgeführt sein, sonst besteht die Gefahr, dass der Anhänger umkippt.

Wenn es quer durch die Botanik gehen soll

Die südafrikanische Firma Metalian baut seit eineinhalb Jahrzehnten Trailer für Individualisten und Offroad-Fans. Wer also abseits der befestigten Routen unterwegs ist, bekommt einen Anhänger, der geländemäßig höher gelegt wurde, auf kernigen Pneus rollt und auch noch nach Geländewagen aussieht. Die Idee dazu hatte Robert Simon, der zufällig noch einen maladen 110er-Land-Rover herumstehen hatte. Mittlerweile gibt es bei Metalian Offroad-Anhänger für fast jeden Bedarf. Sie transportieren Zelte oder auch das Essgeschirr sicher durch die Wildnis. Je nach Wunsch und Größe muss man dafür zwischen 8.000 und 18.000 Euro bezahlen.

Für die Könige der Landstraße

Zwischen Aschaffenburg und Frankfurt – genauer in Mömbris – hat die Firma Caretta ihren Sitz. Das Unternehmen bietet sehr spezielle Wohnwagen an. In der Kategorie „Lifestylecamper“ ist zum Beispiel der „Steeldrop“ zu finden. Der Anhänger wirkt wie eine Mischung aus klassischem US-Wohnwagen und Kutsche. Die Hülle besteht aus rostfreiem Edelstahl, innen ist der einachsige Mini-Caravan tatsächlich vollständig eingerichtet, die nicht begehbare Zwergenküche findet man im Heck. Der Preis: Für die Basis-Ausstattung verlangt Caretta knapp 12.000 Euro.

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Bildnachweise

  • Pandora DK
  • Jürgen Nachbar
  • Käferblog
  • Jawamania
  • Metalian
  • Caretta

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