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Lieder über das Fahren

Datum: 22. Mai 201818. August 2025
Lesezeit: 5 min

Lieder über das Fahren – die Top Ten

10: Suzi Quatro: „Devil Gate Drive“ (1974)

Wenn die kleine Susanne loslegt, kommt Freude auf. Susan Kay Quatro legte in den frühen 1970er Jahren los wie die Feuerwehr – mit Powersongs von Nicky Chinn und Mike Chapman. Das Team schrieb, unter anderem auch für Sweet und Smokie, Hits am Fließband. Für Suzi Quatro erdachten sie sich zum Beispiel auch die Vorgänger-Singles von „Devil Gate Drive“, also „Can The Can“, „48 Crash“ und „Daytona Demon“.

Das passende Auto: VW Golf I GTI

9: The Cramps: „Bend Over, I’ll Drive“ (1991)

Die Gruppe um den ebenso wilden wie famosen Lux Interior brachte dreckig-verruchten Rock’n’Roll wieder zurück. Die Post ging ab, auch, wenn sie 1991 mit ihrem fünften Studioalbum „Look Mom No Head!“ ihren Zenit bereits überschritten haben: Cool war die bunte Truppe immer noch. „Bend Over“ ist das Signal an den Fahrer oder die Fahrerin, das Steuer zu übergeben. Denn dem Sitznachbarn geht es einfach zu langsam vorwärts.

Das passende Auto: 1938er Flathead-Ford als Hot Rod

8: Johnny Cash: „Drive On“ (1994)

„American Recordings“ war das insgesamt schon 81. Album des Country-Poeten Johnny Cash. Bevor die von Rick Rubin (Slayer, Public Enemy, Tom Petty) produzierte Platte auf den Markt kam, galt der Künstler allerdings als abgehalftert und aus der Zeit gefallen. Das änderte sich mit zehn spartanisch aufgenommenen, düsteren und guten Songs, die zum Teil Coverversionen, unter anderem von Kris Kristofferson, Danzig, Jimmie Driftwood oder Leonard Cohen sind. „Drive On“ schrieb Cash selbst. Das Lied ist eine Hommage ans Leben: Man soll einfach immer weitermachen, beziehungsweise weiterfahren.

Das passende Auto: Cadillac Fleetwood Eldorado

7: Melissa Etheridge: „You Can Sleep While I Drive“ (1995)

Was für eine betörend schöne Melodie, die die Songwriterin Melissa Etheridge da erschuf. In getragenem Moll erzählt sie von einer nächtlichen Fahrt raus aus der Stadt. Der Liebste – beziehungsweise die Liebste – scheint ziemlich erschöpft zu sein. Die Sängerin rät ihm, während des Trips einfach zu schlafen. Und sich an ihrer Seite sicher zu fühlen. Es geht also um Vertrauen und Geborgenheit, wichtige Werte innerhalb einer Partnerschaft.

Das passende Auto: Mercedes CLS

6: Bruce Springsteen: „Drive All Night“ (1980)

Der Mann, den alle nur „Boss“ nennen, ist ein Autonarr. Er sammelt Oldtimer und hat ein Fable für die verschiedenen Corvette-Baureihen. In seinen Songs werden „klassische“ amerikanische Themen wie „Freiheit“ und „Outlaws“ genauso besungen, wie etwa der Niedergang der Industrie und das Ende des amerikanischen Traums. Auf dem Doppelalbum „The River“ findet sich all das – und noch viel mehr: Allein vier Lieder drehen sich um Autos und ums Fahren, zum Beispiel „Stolen Car“ oder „Wreck On The Highway“. Unmittelbar vor „Wreck“ kommt das elegisch rockende, achteinhalb Minuten lange „Drive All Night“. Ein Lied, das perfekt das Thema von Humphrey Bogarts Klassiker „Nachts unterwegs“ („They Drive By Night“) aufgreift. In dem Noir-Film von 1940 endet die Truck-Fahrt auch mit einem Unglück.

Das passende Auto: Peterbilt 345

5: The Cars: „Drive“ (1984)

Man kann vor allen Dingen davonlaufen oder -fahren. Im Hit der amerikanischen Band The Cars – hier passt der Name zum Song – geht es um eine zerbrochene Beziehung. Im Auto wird der Erzähler von der Realität wieder eingeholt. Er muss, so Sänger Benjamin Orr, erst losziehen um sein Leben zurückzubekommen. Er fragt dann, wer die Ex wohl zukünftig heimfahren wird. Loslassen sieht also anders aus. Die Liebste heimzubringen, ist aber seit den Tagen von Louis Jordan und Chuck Berry immer schon Thema von Rock’n’Roll-Songs gewesen. Hier wird es aber ein Anderer tun, was eine schmerzhafte Erfahrung sein kann.

Das passende Auto: Porsche Boxter

4: The Doors: „Moonlight Drive“ (1967)

Dieses frühe Lied der sagenumwobenen Doors entstand schon 1965 – damals traf Jim Morrison erstmals auf den Multiinstrumentalisten Ray Manzarek. Eine frühe Demo-Aufnahme entstand, doch erst die 67er Version, B-Seite der Single „Love Me Two Times“ und Teil des Albums „Strange Days“, bündelt die Energie: Eine verzerrte, von Robby Krieger gespielte Bottle-Neck-Gitarre und die verhalten-energiegeladene Stimme Morrisons erreichen die unwirkliche, bedrohliche Stimmung. Auf der Single 2:16 Minuten kurz, auf der LP eine dreiviertel Minute länger, wird auf jede Spur von Romantik verzichtet. Auf dieser Fahrt begegnet man dem Werwolf.

Das passende Auto: Plymouth Fury

3: Fine Young Cannibals: „She Drives Me Crazy“ (1989)

Die Hit-Single der Fine Young Cannibals wurde am 1. Januar 1989 veröffentlicht und mittlerweile so oft gecovert, dass man nur grob ahnen kann, wie viele Versionen es gibt. Aber der von den Cannibals Roland Gift und David Steele geschriebene Track funktioniert besonders gut in der Originalversion der britischen Band. Zugegeben, um Autofahren geht es hier nicht. Hier wird eine Frau besungen, die den Mann kirre macht. Das ist manchmal möglicherweise zum „aus-der-Haut-fahren“, meist aber doch eher schön.

Das passende Auto: Mini Cooper MKII

2: The Beatles: „Drive My Car“ (1965)

Die großen Vier aus Liverpool konnten es sich erlauben, eine handelsübliche Single mit zwei Hits zu bestücken – die andere Seite der klingenden Medaille ist hier „Michelle“. Auf dem Album „Rubber Soul“ findet man dann beide Songs. „Drive My Car“ beleuchtet recht frech das Star-Leben: „Du kannst mich im Auto herumfahren, möglicherweise werde ich dich dann lieben“. Na, wenn man bekannter ist, als Jesus, dann kann man sowas singen. Charmant ist es allemal.

Das passende Auto: Jaguar 420

1: R.E.M.: „Drive“ (1992)

Das achte Album der US-Superband R.E.M. heißt „Automatic For The People“ und ist ein absolutes Meisterwerk. Songs wie „Everybody Hurts“ oder „The Sidewinder Sleeps Tonite“ der „Man On The Moon“, die Hymne an den Comedian Andy Kaufman, sind für sich genommen perfekt. Aber sie entfalten sich ganz besonders im Kontext der Platte. Und die beginnt mit „Drive“, angeblich im Geiste von Queen entstanden. Der Text ist dann doch näher an den Doors (siehe Platz 4): „Was, wenn ich wegfahre? Was, wenn du gehst? Was passiert, wenn du rund um die Uhr durchdrehst? … Hey Kid, wo bist du? Niemand sagt dir, was zu tun ist, Baby.“

Das passende Auto: Papas Chrysler 300C

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