Es gibt Radwege, die man fährt, um möglichst viele Kilometer zu sammeln. Und es gibt den Mosel-Radweg. Hier rückt die Geschwindigkeit schnell in den Hintergrund, denn hinter nahezu jeder Flussschleife wartet ein neuer Blick auf steile Weinberge, mittelalterliche Dörfer oder imposante Burgen.
Auf rund 248 Kilometern verbindet die Strecke Perl an der deutsch-luxemburgischen Grenze mit Koblenz, wo die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein mündet. Der Weg führt durch einige der bekanntesten Weinregionen Deutschlands und ist dabei so familienfreundlich, dass auch Genussradler und Einsteiger problemlos mehrere Etappen bewältigen können.
Die Route verläuft überwiegend flach entlang des Flusses und bietet mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten, Bahnhöfen und Fahrradservices ideale Bedingungen für eine entspannte Mehrtagestour.
Mosel-Radweg auf einen Blick
- Länge: rund 248 Kilometer
- Verlauf: von Perl bis Koblenz
- Schwierigkeit: leicht bis mittel, überwiegend flach
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober
- Ideal für: Genussradler, Familien und E-Bike-Fahrer
- Größtes Highlight: Burg Eltz
- Besonders schöne Region: die Mittelmosel zwischen Bernkastel-Kues und Cochem
Die schönsten Abschnitte der Mosel-Radtour
Statt die Route ausschließlich nach Etappen zu planen, lohnt es sich, die landschaftlichen Höhepunkte herauszugreifen.
Trier bis Bernkastel-Kues
Der Abschnitt verbindet römische Geschichte mit weltberühmten Weinlagen. Während Trier mit seinen antiken Bauwerken beeindruckt, prägen flussabwärts immer häufiger steile Weinberge und kleine Winzerorte das Landschaftsbild. Besonders rund um Trittenheim, Neumagen-Dhron und Piesport zeigt sich die Mosel bereits von ihrer typischen Seite.
Bernkastel-Kues bis Traben-Trarbach
Viele Mosel-Kenner halten diesen Teil für den schönsten der gesamten Strecke. Zwischen den berühmten Weinorten Bernkastel-Kues, Zeltingen-Rachtig und Traben-Trarbach führt der Radweg direkt entlang der Mosel und bietet immer wieder Ausblicke auf steile Rebhänge und historische Weindörfer. Besonders in den Abendstunden entstehen hier einige der schönsten Fotomotive der gesamten Route.
Cochem bis Koblenz
Kurz vor dem Ende der Tour erreicht der Mosel-Radweg seinen wohl berühmtesten Abstecher: Burg Eltz. Anschließend verläuft die Strecke durch bekannte Weinorte wie Kobern-Gondorf und Winningen, bevor am Deutschen Eck in Koblenz Mosel und Rhein zusammentreffen. Der Blick auf die beiden Flüsse bildet einen der eindrucksvollsten Abschlüsse einer deutschen Radroute.
Burg Eltz: Highlight auf dem Mosel-Radweg

Wer auf dem Mosel-Radweg unterwegs ist, für den lohnt sich ein Abstecher zur Burg Eltz. Die Burg zählt zu den beeindruckendsten mittelalterlichen Bauwerken Deutschlands und ist für viele Besucher das eigentliche Highlight der gesamten Mosel-Radtour. Viele Reisende fahren direkt zum Parkplatz und laufen von dort wenige Minuten zur Burg.
Insidertipp: Die meisten Besucher erleben Burg Eltz auf die falsche Weise
Wer jedoch wirklich einen unvergesslichen Eindruck gewinnen möchte, sollte sein Fahrrad in Moselkern abstellen und dem Wanderweg entlang des Elzbachs folgen. So erlebt man einen der schönsten Zugänge zur Burg. Der schmale Waldweg führt durch ein ruhiges Tal, bis sich nach einer letzten Kurve plötzlich der Blick auf Burg Eltz öffnet. Die Türme ragen scheinbar mitten aus dem Wald empor – ein Moment, den viele Besucher nie erleben, weil sie den kürzesten Weg wählen. Besonders am frühen Vormittag ist die Atmosphäre nahezu märchenhaft und gleichzeitig deutlich entspannter als später am Tag.
Gerade solche kleinen Abstecher machen den Unterschied zwischen einer schönen Fahrradtour und einer Reise, an die man sich noch Jahre später erinnert.
Öffnungszeiten: Die Burg Eltz hat vom 29. März bis 1. November von 9:30 bis 17:00 Uhr (letzter Einlass) geöffnet.
Eintrittspreise: Tickets mit inbegriffener Führung kosten 14 Euro pro Erwachsenen. Schüler, Studierende und Personen mit Behinderung zahlen 7 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten am Mosel-Radweg
Wer den Mosel-Radweg fährt, erlebt weit mehr als eine klassische Flussradtour. Zwischen Perl und Koblenz reihen sich historische Städte, weltberühmte Weinlagen und beeindruckende Burgen aneinander. Das Besondere: Viele Highlights liegen direkt an der Strecke oder sind mit einem kurzen Abstecher erreichbar.
Trier – Deutschlands älteste Stadt
Für viele beginnt die Mosel-Radtour in Trier. Die Stadt vereint über 2.000 Jahre Geschichte und gehört mit ihren römischen Bauwerken zum UNESCO-Welterbe. Die Porta Nigra, die Kaiserthermen mit ihren monumentalen Überresten der großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage – und der Trierer Dom zählen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und lassen sich bequem innerhalb weniger Stunden erkunden.
Wer einen entspannten Start in die Tour sucht, sollte eine Übernachtung einplanen und den Abend in der Altstadt ausklingen lassen. Eine besonders schöne Adresse ist die Weinstube Kesselstatt unweit des Trierer Doms. Die meisten Besucher kommen wegen der Weine, doch das eigentliche Highlight liegt unter der Erde: Unter dem Palais Kesselstatt erstrecken sich historische Kellergewölbe, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Dabei geht es durch die „Trierer Unterwelt“ mit alten Weinkellern und Verkostungen ausgewählter Mosel-, Saar- und Ruwer-Weine – ein Erlebnis, das weit über einen normalen Restaurantbesuch hinausgeht.
Bernkastel-Kues – Fachwerk, Riesling und Moselromantik
Kaum ein Ort steht so sehr für die Mosel wie Bernkastel-Kues. Die historische Altstadt zählt zu den schönsten Zwischenstopps entlang des Mosel-Radwegs.
Hier lohnt es sich, das Fahrrad einfach einmal stehen zu lassen und ohne Plan durch die Altstadt zu schlendern. Wer nach dem Besuch des Marktplatzes eine Pause einlegen möchte, findet im Zehnthauskeller eine passende Adresse mitten im historischen Zentrum. Rundherum liegen einige der bekanntesten Fotomotive der Moselregion – darunter das Renaissance-Rathaus, der St.-Michaels-Brunnen und die charakteristischen Fachwerkhäuser des über 400 Jahre alten Marktplatzes. Gerade in den Abendstunden lässt sich das mittelalterliche Flair der Altstadt besonders gut genießen.
Insidertipp: Der schönste Blick über Bernkastel
Die meisten Besucher bleiben in der Altstadt. Wer dagegen zehn Minuten bergauf läuft, wird mit einem der schönsten Panoramablicke der gesamten Mosel belohnt. Vom Bereich rund um die Burgruine Landshut schweift der Blick über die Dächer der Stadt bis zu den steilen Weinbergen auf der gegenüberliegenden Flussseite – besonders stimmungsvoll kurz vor Sonnenuntergang.
Beilstein – das unterschätzte Juwel der Mosel
Beilstein gilt als eines der schönsten Dörfer der Mosel. Die autofreie Altstadt mit ihren historischen Häusern brachte dem Ort den Beinamen „Dornröschen der Mosel“ ein. Früh morgens erlebt man den Ort besonders ruhig und fotogen.
Einkehren: Besonders schön sitzt man auf der Terrasse des Hotels Lipmann „Am Klosterberg“ mit Blick auf die Mosel.
Insidertipp: Frühstück mit Moselblick
Wer morgens vor 9 Uhr in Beilstein ankommt, erlebt den Ort von seiner schönsten Seite. Die Gassen sind noch ruhig, die Cafés öffnen gerade und der Blick über die Mosel wirkt fast wie aus einem Gemälde. Für Fotografen gehört diese Tageszeit zu den besten entlang der gesamten Strecke.
Cochem – die bekannteste Stadt am Mosel-Radweg

Mit der hoch über der Stadt thronenden Reichsburg gehört Cochem zu den Wahrzeichen einer Mosel-Radtour. Die historische Altstadt mit ihren kleinen Geschäften, Cafés und Weinstuben lädt zu einer längeren Pause ein.
Statt direkt in den touristischen Kern einzukehren, lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch die Seitenstraßen. Hier finden sich häufig familiengeführte Weinlokale mit regionalen Spezialitäten und deutlich entspannterer Atmosphäre.
Weinfeste an der Mosel – die schönste Zeit für eine Radtour
Zwischen Juni und Oktober verwandelt sich die Moselregion in eine einzige große Festmeile. Fast jedes Wochenende feiern Winzer und Gemeinden den neuen Jahrgang oder ihre jahrhundertealte Weinkultur.
Zu den bekanntesten Veranstaltungen gehören:
- Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues – eines der größten Weinfeste Deutschlands mit Festumzug und Feuerwerk.
- Mosel-Wein-Woche in Cochem – regionale Winzer präsentieren ihre Weine in entspannter Atmosphäre direkt an der Mosel.
- Winzerfest in Winningen – traditionsreich, authentisch und bei Einheimischen besonders beliebt.
Insidertipp: Unter der Woche genießen
Viele Besucher planen ihre Mosel-Radtour bewusst auf das Wochenende. Wer jedoch flexibel ist, sollte die Weinorte zwischen Dienstag und Donnerstag besuchen. Die Straußwirtschaften sind deutlich entspannter, Hotels häufig günstiger und auch auf den Radwegen ist wesentlich weniger Betrieb. Gerade im September entsteht dadurch ein völlig anderes Reiseerlebnis.
Praktische Tipps für die Mosel-Radtour
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai bis Oktober empfehlenswert, September besonders reizvoll wegen Weinlese und Weinfesten.
Insidertipp: Die goldene Stunde nutzen
Wer gerne fotografiert, sollte seine Tagesetappen nicht ausschließlich nach Kilometern planen. Zwischen 18 und 20 Uhr – je nach Jahreszeit – taucht die tief stehende Sonne die Weinberge in warmes Licht. Besonders zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach entstehen dann spektakuläre Aufnahmen, während viele Tagesgäste bereits auf dem Heimweg sind.
Wie viele Tage sollte man einplanen?
Die komplette Strecke von Perl bis Koblenz umfasst rund 248 Kilometer. Für die komplette Strecke sind vier bis fünf sportliche oder sechs bis acht genussorientierte Tage sinnvoll.
In welche Richtung fährt man am besten?
Die klassische Fahrtrichtung führt flussabwärts von Perl nach Koblenz. Das leichte Gefälle macht die Tour angenehm und das Deutsche Eck bildet einen stimmungsvollen Abschluss.
Grundsätzlich lässt sich der Mosel-Radweg aber auch in umgekehrter Richtung fahren. Dank der guten Bahnanbindung können Start- und Zielort flexibel gewählt werden.
Eignet sich der Mosel-Radweg für Familien und E-Bikes?
Ja – und genau das macht ihn so beliebt. Die Wege sind größtenteils asphaltiert und verlaufen abseits des Autoverkehrs. Viele Familien teilen die Strecke in kürzere Etappen und kombinieren sie mit Stadtbesichtigungen oder Schifffahrten.
Auch E-Bike-Fahrer profitieren von der ausgezeichneten Infrastruktur. Zahlreiche Hotels, Cafés und Tourist-Informationen bieten inzwischen Lademöglichkeiten an.
Welcher Abschnitt ist der schönste?
Viele Radfahrer bevorzugen die Mittelmosel zwischen Bernkastel-Kues und Cochem. Hier treffen steile Weinberge, historische Weinorte und einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region aufeinander.
Mit dem Auto zur Mosel – entspannt und flexibel unterwegs
Wer mit dem Auto anreist, bringt am meisten Flexibilität für die Mosel-Radtour mit – vor allem bei mehrtägigen Touren, bei denen man Etappenorte selbst wählt oder frühzeitig abreisen möchte. Die entscheidende Frage ist dann: Wie transportiert man die Räder? Ein Fahrradträger ist hier die mit Abstand komfortabelste Lösung: schnelle Montage, einfaches Be- und Entladen, stabiler Halt auch für schwere E-Bikes.
Voraussetzung ist natürlich eine Anhängerkupplung am Fahrzeug. Wer diese noch nicht hat oder nachrüsten möchte, ist bei den Rameder Montagepoints gut aufgehoben: Einbau zum Festpreis, Online-Terminbuchung, ausgebildete Kfz-Techniker. Mehrere Standorte liegen direkt auf typischen Anfahrtswegen zur Mosel:
Für Reisende aus NRW und dem Rheinland empfehlen sich die Rameder-Werkstatt Köln-Porz und unsere Werkstatt in Bonn – beide liegen keine 60 km von Koblenz entfernt und eignen sich ideal für die Anreise auf der A61.
Für Reisende aus dem Saarland ist der Montagepoint Lebach ein guter Ausgangspunkt für eine Anreise von Süden nach Perl oder Trier.
Bildnachweise
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- Foto von Von © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21564723