Wer mit einem Anhänger unterwegs ist, muss neben Anhängelast und Stützlast einige weitere Zahlen im Blick behalten. Damit Sie immer sicher unterwegs sind, erläutern wir Ihnen die wichtigsten:
- Anhängelast: Die Anhängelast gibt an, wieviel Gewicht ein Fahrzeug ziehen darf. Dieser Wert wird vom Hersteller je Fahrzeug festgelegt und findet sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I (gebremste Anhängelast in Feld O.1 und ungebremste Anhängelast in Feld O.2). Manche Leute bezeichnen die Anhängelast auch als Zuglast.
- Stützlast: Die Stützlast bezeichnet das maximale Gewicht, mit dem ein Anhänger auf den Kugelkopf der Anhängerkupplung drückt. Der Wert ist meist in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder auf der Anhängerkupplung selbst vermerkt.
- Achslast: Die Achslast gibt an, wie stark jede einzelne Achse eines Fahrzeuges belastet werden darf. Dieser Wert findet sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Feldern 7.1 und 7.2.
- Leergewicht: Das Gewicht des Fahrzeugs ohne Insassen und Zuladung, aber mit voller Betriebsflüssigkeit
- Zulässiges Gesamtgewicht (zGG): Die maximale Gesamtmasse des Fahrzeugs inklusive Insassen, Ladung und Anhängelast. Dieser Wert ist in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I, Feld F.1) vermerkt.
- Zuladung: Das Gewicht, das zusätzlich zum Leergewicht des Fahrzeugs transportiert werden darf, ohne das zulässige Gesamtgewicht zu überschreiten (= Zulässiges Gesamtgewicht – Leergewicht)

Achslast, Anhängelast und Stützlast ermitteln
Wer das Gesamtgewicht seines Fahrzeugs ermitteln möchte, kann dies auf zwei Wegen tun:
- Berechnung: Das im Fahrzeugschein angegebene Leergewicht (inklusive eines Fahrers mit 75 kg) wird mit dem Gewicht der Insassen und des Gepäcks addiert. Allerdings muss dafür alle Gepäckstücke und Insassen einzeln gewogen werden und die Fehleranfälligkeit ist hoch. Auch die Achslast sollte dabei im Blick behalten werden – diese ist ebenfalls in den Fahrzeugpapieren vermerkt.
- Wiegen: Ein genaues Ergebnis ergibt das Wiegen auf einer Waage. Möglichkeiten dazu gibt es an Wertstoffhöfen, Speditionen oder landwirtschaftlichen Betrieben mit geeichten Fahrzeugwaagen. Öffentliche Waagen lassen sich online finden und kosten in der Regel zwischen 5 und 10 Euro. Alternativ gibt es mobile Achslast- oder Wiegebalkenwaagen für den Heimgebrauch. Diese lohnen sich jedoch mit Preisen ab 600 € für die wenigsten Privatleute.
Achtung: Wer sein Auto wiegen lässt, um eine mögliche Überladung zu prüfen, sollte wissen: Eine Überschreitung bereits auf dem Weg zur Waage kann als Verstoß gegen die StVO gewertet werden.

Wichtige Aspekte beim Beladen des Anhängers
Mit Blick auf die Gewichtsbegrenzungen und die Beladung eines Anhängers sind verschiedene Aspekte relevant. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, ob der Anhänger eine eigene Bremse hat oder nicht. Schließlich darf ein PKW bei gebremsten Anhängern deutlich mehr Gewicht ziehen. Beispiel: Ein Dacia Duster TCe 150 darf ungebremst 665 Kilo ziehen, gebremst jedoch 1.200 Kilogramm — fast das Doppelte. Bei einem BMW X5 xDrive30d hingegen sind es gebremst gewaltige 3.500 Kilo, ungebremst jedoch nur 750 Kilogramm. Darüber hinaus gilt Folgendes:
- Niedrigster Wert zählt: Die geringste Angabe von Anhängelast, Stützlast oder Achslast begrenzt die maximal mögliche Zuladung. Beispiel: Wenn das Fahrzeug 2.000 kg ziehen darf, die Anhängerkupplung aber nur 1.800 kg zulässt, gilt der niedrigere Wert.
- Tatsächliches Gewicht entscheidend: Nicht die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, sondern das tatsächliche Gewicht zählt. Man kann also auch Anhänger ziehen, deren zulässige Gesamtmasse höher ist als die zulässige Anhängelast des Fahrzeugs — muss dann aber die maximal erlaubten Werte von Zugfahrzeug und Anhängerkupplung einhalten.
- Lastverteilung: Ein ungleich beladener Anhänger kann die Stützlast negativ beeinflussen und das Fahrverhalten destabilisieren sowie den Kraftstoffverbrauch erhöhen.

Folgen bei überschrittener Anhängelast, Stützlast oder Achslast
Wer Fahrzeug oder Anhänger überlädt, erhöht vor allem das Unfallrisiko, da ein überladener Anhänger das Fahrzeug instabil machen, den Bremsweg verlängern und das Fahrverhalten negativ beeinflussen kann.
Wer erwischt wird, muss zudem mit Konsequenzen rechnen: Je nach Ausmaß der Überladung drohen laut Bußgeldkatalog Bußgelder zwischen 58,50 und 263,50 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Zudem kann die Weiterfahrt untersagt werden, falls eine erhebliche Gefährdung vorliegt.

Fazit
Anhängelast und Stützlast wie auch Achslast bestimmen nicht nur, wie viel Gewicht transportiert werden darf, sondern auch, ob das Fahrzeug sicher auf der Straße bleibt. Denn falsches Beladen kann zu gefährlichen Fahrmanövern, Schäden an der Anhängerkupplung oder sogar Bußgeldern führen. Allerdings ist es für Privatleute nicht ganz einfach, die tatsächliche Beladung sowie vor allem Stütz- und Achslast zuverlässig zu ermitteln. Grundsätzlich
Unser Tipp: Kontrollieren Sie die Werte – insbesondere bei wechselnder Beladung oder Nutzung unterschiedlicher Anhänger – regelmäßig. Wer noch keine Anhängerkupplung hat, kann mit der richtigen Wahl hier mehr Anhänge- und Stützlast erzielen. Vielleicht hilft unser Kaufberater bei der Entscheidung.
Bildnachweise
- BMW Presse
- Rameder
Ich finde den Beitrag wirklich hilfreich! Da ich mir kürzlich einen Anhänger zugelegt habe, musste ich mich ebenfalls mit der Anhängelast und den verschiedenen Gewichtsbegrenzungen auseinandersetzen. Besonders die Tipps zur richtigen Lastverteilung und die Bedeutung der maximalen Anhängelast waren für mich wichtig, da ich oft mit unterschiedlichen Ladungen unterwegs bin. Nebenbei teste ich derzeit auch die LNG LKW meiner Firma, um herauszufinden, wie sie sich im Alltag bewähren. Es ist faszinierend, wie viele verschiedene Faktoren bei Anhängern und Fahrzeugen berücksichtigt werden müssen, um sicher unterwegs zu sein.